Archive in Bayern Ein Gemeinschaftsblog der bayerischen Archive
In der Blogserie (Un)schuld erzählen stellt das Staatsarchiv München die wichtigste Quellengruppe vor, die es für den Prozess der Entnazifierung ab 1946 gibt: Die Spruchkammerakten. Jede Spruchkammerakte dokumentiert eine Biographie zwischen 1933 und 1945. Wie hat sich die jeweilige Person am Herrschaftssystem des Nationalsozialismus beteiligt? Und wie bildet sich...
Am 5. März 1946 wurde das Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus verabschiedet, kurz: das Befreiungsgesetz. Das Staatsarchiv München nimmt den Jahrestag zum Anlass, sich 2026 in einer Reihe von Beiträgen auf diesem Blog mit der Entnazifizierung zu beschäftigen, die mit dem Gesetz begonnen hat. Wir wollen die...
Zur politischen und Verwaltungsgeschichte der Spruchkammern befragten wir den Zeithistoriker Dr. Paul Hoser. Die Fragen stellten Julian Holzapfl und Markus Schmalzl. Am 5. Mai 1945 endete in Bayern der Zweite Weltkrieg, die amerikanische Besatzungsmacht übernahm die öffentliche Gewalt. Wie verstand und betrieb die amerikanische Militärregierung in der ersten Zeit die...
Als renommierter Wissenschaftler und Förderer des Fremdenverkehrs genoss der Bayreuther Geologe Hans Brand in Pottenstein jahrzehntelang hohes Ansehen, ein Bild, das seine Rolle im nationalsozialistischen Herrschaftssystem bewusst ausblendete. Bis weit in die Nachkriegszeit hinein wurde Brand in der Öffentlichkeit vor allem als engagierter Wissenschaftler und umtriebiger Förderer der Region wahrgenommen. Tatsächlich war Brand weit mehr: Er war Mitglied der NSDAP und bekleidete den Rang eines SS-Standartenführers.
In unserer Blogserie fragen wir auch bei Forscherinnen und Forschern nach, was Sie mit der Quellengruppe der Spruchkammerakten verbinden und wie sie mit ihr arbeiten. Der Historiker Dominik Wiedemann hat sich mit dem Personal der Spruchkammern beschäftigt. Dafür hat er unter anderem Spruchkammer-Sachakten sowie die Personalakten der Vorsitzenden und...
Das Staatsarchiv Bamberg ist die archivische Fachbehörde im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken (mit Ausnahme der Stadt und des Landkreises Coburg). In dieser Funktion übernimmt es die archivwürdigen Unterlagen der Behörden, Gerichte und sonstigen öffentlichen Stellen des Freistaats Bayern in seinem Sprengel, aber auch von mittelbaren Stellen sowie von Privatpersonen. Als...
In unserer Blogserie fragen wir auch bei Forscherinnen und Forschern nach, was Sie mit der Quellengruppe der Spruchkammerakten verbinden und wie sie mit ihr arbeiten. Wir freuen uns, dass das folgende Gespräch mit Frau Prof. Marita Krauss den Anfang macht. Marita Krauss war bis 2023 Lehrstuhlinhaberin für Europäische Regionalgeschichte...
Zum Internationalen Frauentag am 8. März wird mit diesem Beitrag an eine Coburger Institution erinnert, die im 19. Jahrhundert eine erhebliche Rolle im Sozialwesen der Stadt gespielt hat und deren Tätigkeit im Staatsarchiv und im Stadtarchiv Coburg gut nachzuvollziehen ist. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde als Reaktion auf die...
Maria Breitenstein vor der Spruchkammer Erding Maria Breitensteins Verteidigungsstrategie Als Kreisfrauenschaftsleiterin galt Maria Breitenstein zunächst als bedeutende Aktivistin für das NS-Regime. Der öffentliche Kläger der Spruchkammer hatte dies in seinen Arbeitsblättern deutlich formuliert: Maria Breitenstein war… “die aktivste Vertreterin des Nationalsozialismus unter den Erdinger Frauen”. Um sich von...
Am Vormittag des 14. Februar 1926 herrschte hektisches Treiben in der Langen Straße von Bamberg. Vor dem Gasthaus Zum Stöhren hielt eine Limousine – Adolf Hitler stieg aus. Rund 60 führende Männer der NSDAP waren seiner Einladung gefolgt, um auf einer Gauführertagung innerparteiliche Streitigkeiten beizulegen. Was damals kaum absehbar...
Wie parteipolitisch dachte und handelte die NS-Krankenschwester Käthe Burlefinger (1885–k. A.) in der Zeit vor 1945? Da es sich bei der NS-Schwesternschaft nicht um eine rein pflegerische Institution, sondern um eine politisch und weltanschaulich geprägte Organisation handelte, berücksichtigte die Spruchkammer München I im Jahr 1948 bei ihrer Beurteilung nicht allein Burlefingers bereits 1931 erfolgten Eintritt in die NSDAP. Vielmehr stellte sich die Frage, wie glaubwürdig ihre Aussage war, sie sei der Partei damals nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern aus existenzieller Not beigetreten. War Käthe Burlefinger also nur eine unpolitische Krankenschwester, die sich durch die Parteimitgliedschaft eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lebensumstände erhoffte?
Was waren die Spruchkammern? Nach dem endgültigen Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft am 8. Mai 1945 stellte sich für die amerikanischen Besatzungsbehörden von Anfang an das Ziel, und das Problem, der Entnazifizierung: Personen, die das NS-Herrschaftssystem getragen, sich mit ihm gemein gemacht oder davon profitiert hatten, aus dem öffentlichen, wirtschaftlichen...